Wer macht mit? Tag der offenen Gartenpforte im Juni

Liebe Unterstützer,

es wird eine Zeit nach dieser aktuell besonderen mit „Treff von Fremden-Sperre“ geben. Da bin ich mir sicher. Ich weiß zwar nicht, wann sie kommen wird, aber sie wird kommen. Ich brauche immer Hoffnungsschimmer am Horizont. Vielleicht geht es Dir ja genauso. Vielleicht kann Dich das Folgende also erfreuen:

Ich habe unser Dorfgemeinschaftshaus, bzw. seinen denkmalgeschützten Garten angemeldet zum „Tag der offenen Gartenpforte“ am Sonntag, den 7.6., also den Sonntag nach Pfingsten. Im Kalender ist es schon eingetragen. Hoffen wir, dass er auch so statt finden kann.

Normalerweise sind in diesen Gärten die Gartenpforten von 10 – 18h geöffnet. Wenn wir diese ganze Zeit abdecken wollen, benötigen wir ein Team, das schaffe ich nicht alleine. Also hier die Anfrage an Euch:

Wer hätte Zeit und Lust zum Stühle stellen, Waffeln backen, etwas über den Garten, die Schmetterlingswiese oder/und unser Projekt erzählen? Oder mir einfach für genau das den Rücken frei zu halten?

Wenn wir die ganze Zeit öffnen, erwarten uns wohl ca. 100 Besucher verteilt über den Tag. In unserem großen Gelände ist das schaffbar. Nur sollten ein paar Sitzgelegenheiten aufgestellt und nachher wieder abgebaut werden, auch das sind also Tätigkeiten, die Mitmacher erfordern.

Ich bin gespannt, ob sich jemand oder sogar mehrere finden, die sich freiwillig selbst verpflichten. Heutzutage ist das ja etwas rar. Aber ich sammle gerne Rares und ungewöhnliche Menschen um mich! Bist Du einer oder eine davon? Dann melde Dich bitte bis spätestens 15.04., weil ich unsere Öffnungszeiten melden muss.

Liebe Grüße
Lisa

Erster Jane’s Walk rund um die M37

Hier was zum drauf freuen:

Was ist ein Jane’s Walk?

Jane‘s Walks sind von BürgerInnen geführte, kostenlose Spaziergänge, keine Vorträge. Es geht dabei um das Gemeinsame, also miteinander die Stadt zu entdecken. Über 200 Städte weltweit machen schon mit!

Warum heißen sie Jane’s Walks?

Sie sind benannt nach Jane Jacobs (1916–2006), einer amerikanisch-kanadischen Autorin, Stadttheoretikerin und sehr aktiven Frau. Mit ihrem Fokus auf Menschen und lebendige Stadtviertel hat sie die Stadtplanung nachhaltig revolutioniert.

Schon 1961 kritisierte Jane Jacobs in ihrem Werk „The Death and Life of Great American Cities“ eine entmenschlichte und autozentrierte Stadtplanung. Sie führe zu Isolation, ermögliche keine Gemeinschaft. Jane forderte deshalb: Nicht einzelne Experten, sondern alle BürgerInnen müssten an der Entwicklung ihrer Stadt beteiligt werden.

In diesem Sinne wollen wir unseren Stadtteil zu Fuß wieder in Besitz nehmen:

Wie läuft das ab?

Wir treffen uns am Dorfgemeinschaftshaus und gehen von dort aus gemeinsam durch Kleinzschachwitz. Dabei erzählen wir uns, was jeder von uns von der Geschichte schon selbst erlebt oder als Hintergrundwissen hat, schlendern entlang der Elbwiesen, schauen in Gärten und zeigen uns / erzählen über denkmalgeschützte Gebäude, andere Denkmäler, damalige und heutige Initativen, aktive Menschen. Dazu möge jede(r), der/die kann, gern etwas an Geschichten, Informationen und vielleicht auch Gegenständen oder Fotos zum Herumzeigen beisteuern. Ich selbst bin Neu-Zschachwitzerin und weiß deshalb mit Sicherheit weniger als manche(r), der/die teilnimmt.

Dies ist keine Touristenführung sondern vielmehr ein gleichberechtigtes Gespräch im Gehen über unseren Stadtteil und darüber, was uns in Zschachwitz bewegt. Was tut uns gut und wollen wir deshalb beibehalten? Was würden wir gern verändern?

Wann: Sonntag, der 3. Mai
Dauer des Spaziergangs:
15:00h bis ca. 16:00h
Kosten: alle Jane’s Walks sind kostenfrei. Das gehört zum Prinzip.

Im Anschluss sind alle in den Garten des Dorfgemeinschaftshauses eingeladen. Dort können wir gemeinsam bei Kaffee, Tee oder anderen Getränken eine frisch gebackene Waffel genießen, plaudern und schon mal planen, was wir als nächstes gemeinsam machen.

Das Ziel

„Guten Tag“, sagte der kleine Prinz.

„Guten Tag“, sagte der Kaufmann. Es war ein Unternehmer, der mit durststillenden Tabletten handelte. Nahm man eine wöchentlich ein, spürte man kein Bedürfnis mehr zu trinken.

„Warum verkaufst Du soetwas?“, fragte der kleine Prinz.

„Das bringt enorme Zeitersparnis: 53 Minuten, haben die Fachleute errechnet.“

„Und was macht man mit diesen 53 Minuten?“

„Man macht, was man möchte.“

„Wenn ich 53 Minuten frei hätte, würde ich ganz gemütlich zu einem Brunnen laufen.“

(freie Übersetzung des Kapitels 23 aus
„Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry)


Ich wünsche uns allen, diese Gelassenheit und dass wir erkennen, was WIR mit unseren 53 Minuten gerne machen. Tatsächlich haben wir ja nicht nur 53 Minuten, sondern 24h und das sogar jeden Tag wieder! Genau deshalb schreibe ich nicht „machen würden“! Denn wir HABEN die Zeit!

Fachleute sagen, dass wir in Deutschland gegenüber dem Wert von 1950 eine Stunde am Tag weniger Zeit mit Essen verbringen und gegenüber 1970 sogar eine Stunde weniger schlafen.

Ob das so erstrebenswert ist?

Vielleicht ist richtiges Ausschlafen und ein gemütliches Essen – vielleicht in Gemeinschaft in unserem Haus – meine 53 Minuten ja doch wert.

Oder was wählst Du ganz persönlich?

Und: Wertschätzt Du diese Entscheidung auch am nächsten Tag noch? Stehst Du dazu, wie Du bist, was Du wählst? Bist Du zufrieden mir Dir? War es gestern (oder beim letzten Mal) der Schritt in die richtige Richtung? In die Richtung, wie Du sein und leben möchtest?

Ich wünsche es Dir von Herzen:

Lebe heute ein kleines Stück von Deinem Traum!